Wichtige Fachbegriffe für Immobilienerwerber und Bauherren bei der Immobilienfinanzierung

Begrif­fe zum Haus­kre­dit

Sie sind aktu­el­le auf der Suche nach einem eige­nen Haus oder Grund­stück? Sie wol­len sich den Traum von den eige­nen 4 Wän­den erfül­len? Herz­li­chen Glück­wunsch zu die­sem Schritt. Doch sind Ihnen bereits Begrif­fe wie Grund­buch, Mak­ler­pro­vi­si­on oder Lie­gen­schaft bei Ihren Recher­chen auf­ge­fal­len? Die­se Fach­wör­ter sind oft schwer ver­ständ­lich und umso län­ger man sich mit dem The­ma Hauskauf/Hausbau und deren Finan­zie­rung beschäf­tigt, des­to mehr sol­cher Begriff­lich­kei­ten tau­chen auf und erzeu­gen nur noch gro­ße Fra­ge­zei­chen im Kopf. Erfah­ren Sie nun, was die wich­tigs­ten Begrif­fe bedeu­ten.

Baunebenkosten

Bei einem Neu­bau fal­len neben Kauf­preis des Grund­stücks und den Bau­kos­ten des Objek­tes noch die Bau­neben­kos­ten an. Die­se Kos­ten umfas­sen zum Bei­spiel Kos­ten für die Bau­ge­neh­mi­gung, Erschlie­ßungs­kos­ten für Abwas­ser, Strom und TV, Kos­ten für die Ver­mes­sung, Bau­was­ser und Bau­strom, Bau­zeit­zin­sen, Archi­tek­ten­kos­ten usw. Viel Bau­her­ren bemes­sen ihre Finan­zie­rung zu knapp, da die­se Kos­ten meist ver­ges­sen wer­den. Da die­se Kos­ten zwi­schen 5–15 % der Her­stel­lungs­kos­ten betra­gen, kön­nen schnell paar Tau­send Euro feh­len.

Bereitstellungszinsen

Sie ver­ein­ba­ren mit der Bank für das Dar­le­hen eine bereit­stel­lungs­zins­freie Zeit. Wenn die­se Zeit abge­lau­fen ist, aber das Dar­le­hen noch nicht voll­stän­dig aus­ge­zahlt wur­de, zah­len Sie für die­sen Betrag Bereit­stel­lungs­zin­sen. Die Höhe der Bereit­stel­lungs­zin­sen liegt grund­sätz­lich bei 3% pro Jahr bzw. 0,25% pro Monat und wird tag­ge­nau von der Bank abge­rech­net.

Dienstbarkeit

Eine Dienst­bar­keit ist eine Belas­tung im Grund­buch und ein ding­li­ches Nut­zungs­recht. Die­se kann ent­we­der zuguns­ten eines ande­ren Grund­stü­ckes (z.B. Wege­recht), zuguns­ten einer natür­li­chen Per­son (z.B. Wohn­recht) oder zuguns­ten einer juris­ti­schen Per­son (z.B. Lei­tungs­recht für Stadt­wer­ke) ein­ge­tra­gen wer­den.

Eigenkapital

Eige­ne Geld­mit­tel in Form von Bar­geld, Spar­gut­ha­ben, Bau­spar­gut­ha­ben, Akti­en oder Lebens­ver­si­che­run­gen.

Eigenleistung

Unter Eigen­leis­tung oder auch Mus­kel­hy­po­thek ver­steht man die Arbei­ten, die Sie nicht von einer Fach­fir­ma oder einem Hand­wer­ker gegen Ent­gelt aus­füh­ren las­sen, son­dern selbst aus­füh­ren. Die dar­aus erspar­ten Lohn­kos­ten und somit ver­rin­ger­ter Dar­le­hens­sum­me wir­ken sich posi­tiv auf die Kon­di­tio­nen der Finan­zie­rung aus.

Flurkarte

Die Flur­kar­te wird auch Lie­gen­schafts­kar­te oder Katas­ter­kar­te genannt. Sie ist eine Ergän­zung des Grund­buchs und stellt die Lie­gen­schaf­ten, sprich alle Grund­stü­cke und dar­auf errich­te­te Gebäu­de, maß­stäb­lich dar.

Fremdkapital

Fremd­ka­pi­tal ist das Kapi­tal, wel­ches Sie nicht sel­ber auf­brin­gen kön­nen, son­dern sich von einer Bank lei­hen müs­sen. Dies ist die Umschrei­bung für Schul­den oder Ver­bind­lich­kei­ten.

Gesamtschuldnerische Haftung

Wenn Sie nicht allei­ne, son­dern gemein­sam mit Ihrem (Ehe-)PartnerIn oder einer wei­te­ren Per­son ein Dar­le­hen auf­neh­men, dann haf­ten Sie immer gesamt­schuld­ne­risch. Das bedeu­tet, dass Sie oder Ihr Part­ne­rIn auch allei­ne zur Erfül­lung der Leis­tung her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen. Wenn einer von Ihnen nicht zahlt, wird der ande­re voll­stän­dig zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen. 

Grundbuch

Zu jedem Grund­stück gehört ein amt­li­ches Ver­zeich­nis, in dem die Lage, die Grö­ße, die Eigen­tü­mer und bestimm­te Rech­te und Pflich­ten in Bezug auf das Grund­stück und dem dar­auf errich­te­ten Gebäu­de nie­der­ge­schrie­ben sind.

Kaufnebenkosten

Bei dem Kauf eines Hau­ses, einer Woh­nung oder eines Grund­stü­ckes fal­len die Kauf­ne­ben­kos­ten an. Die­se umfas­sen die Grund­er­werbs­steu­er (3,5% — 6,5 % des Kauf­prei­ses, je nach Bun­des­land), die Notar­kos­ten (1,5% -2 % des Kauf­prei­ses) und die Mak­ler­pro­vi­si­on (3,57% — 7,14 %).

Notaranderkonto

Bei einem Kauf kann ver­ein­bart wer­den, dass der Kauf­preis nicht direkt vom Käu­fer auf das Kon­to des Ver­käu­fers über­wie­sen wird, son­dern auf ein Notarand­er­kon­to. Die­ses Kon­to läuft auf den Namen des Notars. Der Notar sorgt für die zweck­mä­ßi­ge Ver­wen­dung und ach­tet dar­auf, dass die Zah­lun­gen sau­ber ver­lau­fen. Dies fin­det zum Bei­spiel bei Erben­ge­mein­schaf­ten Anwen­dung, wenn jeder einen bestimm­ten Anteil vom Kauf­preis erhält. Pro­lon­ga­ti­on

Wenn die Zins­bin­dung Ihres Dar­le­hens aus­läuft, kön­nen Sie den Ver­trag zu den dann gül­ti­gen Zin­sen bei der glei­chen Bank ver­län­gern. Wenn Sie bei einer ande­ren Bank zu neu­en Bedin­gun­gen und Kon­di­tio­nen wei­ter­fi­nan­zie­ren möch­ten, nennt sich das Umschul­dung.

Grundbuch Rang

In Abtei­lung II und III des Grund­buchs wer­den Las­ten wie Dienst­bar­kei­ten oder die Grund­schuld für die Bank ein­ge­tra­gen. Wenn es meh­re­re Las­ten gibt, wer­den die­se durch eine Rang­stel­le in eine Rei­hen­fol­ge gebracht. Wer im ers­ten Rang steht, wird dem­zu­fol­ge auch zuerst bedient. Ban­ken zum Bei­spiel, die im ers­ten Rang ste­hen, bekom­men bei einer Zwangs­ver­stei­ge­rung zuerst ihr Geld zurück, Ban­ken die im zwei­ten Rang ste­hen, könn­ten somit leer aus­ge­hen bzw. müs­sen sich län­ger gedul­den.

Verkehrswert

Der Ver­kehrs­wert einer Immo­bi­lie ist der Wert, der bei einem Ver­kauf tat­säch­lich erzielt wird.

Vorkaufsrecht

Bei jedem Kauf muss geklärt wer­den, ob jemand ein soge­nann­tes Vor­kaufs­recht besitzt. Die­ses Recht erlaubt den­je­ni­gen das Haus anstel­le eines Drit­ten (z.B. Kauf­in­ter­es­sent) zu erwer­ben.

Zwangsversteigerung

Ver­kauf eines Objekts über eine Ver­stei­ge­rung um Schul­den zum Bei­spiel bei der Bank zu beglei­chen.

About the Author:

A. Müller
Frau Müller sammelte als ausgebildete Bankkauffrau bereits einige Erfahrungen sowohl im Privatkunden als auch im Firmenkundenbereich. Schon während der Ausbildung wuchs das Interesse im Bereich Immobilien und Finanzierung. Daher bildete sie sich in diesem Gebiet weiter und suchte immer neue Herausforderungen. Da sie gern unabhängig von bestimmten Produkten beraten wollte, ist sie seit 2016 als Finanzierungsspezialistin bei der Expert-Baufinanzierung tätig.

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